


Das Ungarndeutsche Sozial- und Kulturwerk ist eine überparteiliche und unabhängige Vereinigung, die sich zur Aufgabe gestellt hat, im Sinne der Pflege des Heimatgedankens das ungarndeutsche Kulturgut zu wahren, zu pflegen und zu verbreiten und die Geschichte der Ungarndeutschen zu erforschen. Dieser Aufgabe wird sie mit Hilfe von Vortragsveranstaltungen, Lesungen, Ausstellungen, Lehrgängen, Seminaren, Tagungen und publizistischen Mitteln gerecht.

1959 übernahm die Stadt Backnang die Patenschaft über die aus der südungarischen Gemeinde Bácsalmás vertriebenen Deutschen, eine Gruppe, die seit 1956 in Backnang ihr Heimattreffen abhält. Doch auch Heimatvertriebene aus anderen Gemeinden Ungarns waren in Backnang aktiv. So beschloss 1970 die Stadt Backnang, die Patenschaft über alle Deutschen aus Ungarn zu übernehmen. Oberbürgermeister Martin Dietrich unterzeichnete die Patenschaftsurkunde. Um die "Patenkinder" zu vertreten, wurde das Ungarndeutsche Sozial- und Kulturwerk mit Sitz in München gegründet. Erster Vorsitzender war Heinrich Reitinger, der dreißig Jahre lang die Geschicke des Vereins führte und maßgeblich sein Programm gestaltete. Über viele Jahre war das Gebäude Himmelreichstraße 4 am Englischen Garten in München der Sitz des Vereins. Mit dem unerwarteten Tod Heinrich Reitingers im Jahr 2000 musste ein neuer Vorsitzender gefunden werden. Hans Schopf führte den Geschäftsbetrieb provisorisch weiter. Prof. Dr. Paul Strifler konnte für den Vorsitz gewonnen werden, musste dieses Amt aus gesundheitlichen Gründen schon bald wieder aufgeben. Mit dem jungen Historiker Dr. Norbert Spannenberger, der seit 2001 Vorsitzender ist, gelang der Sprung in die nächste Generation. Das Archiv des Vereins befindet sich im Ungarndeutschen Heimatmuseum in Backnang.

Alle zwei Jahre findet in Backnang die Studientagung statt. Bei dieser Veranstaltung, die auf die Geschichtsvermittlung an ein interessiertes Laienpublikum ausgelegt ist, werden die neuesten Forschungsarbeiten zur Geschichte und Kultur der Ungarndeutschen vorgestellt. Schon früh wurden auch Wissenschaftler aus Ungarn als Referenten eingeladen, wodurch ein wissenschaftlicher Dialog zwischen Deutschland und Ungarn angeregt werden konnte. Inzwischen wird ein intensiver Kontakt zum Historischen Institut der Universität Fünfkirchen gepflegt.
Die letzte Studientagung fand am 30.04.2005 statt.

Die Stadt Backnang und das Ungarndeutsche Sozial- und Kulturwerk vergeben alle zwei Jahre den ungarndeutschen Kulturpreis an verdiente Persönlichkeiten, die herausragend im Bereich der Publizistik, Geschichtsforschung, Literatur, Kunst und Kultur wirken.
Der Kulturpreis 2005 wurde am 5. Februar 2005 anlässlich des Schwabenballs in Backnang verliehen.
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